Historisch-kulturwissenschaftliche Werkstatt: „So ist die neue Frau? Hamburgerinnen in den 1920er Jahren – Einblicke in die Quellenarbeit“ (Online)

Einladung zur vierten Sitzung der historisch-kulturwissenschaftlichen Werkstatt der Georg-August-Universität Göttingen:

Unter dem Titel „So ist die neue Frau? Hamburgerinnen in den 1920er Jahren – Einblicke in die Quellenarbeit“ sprechen die Historikerin Angelika Schaser und die empirische Kulturwissenschaftlerin Sabine Kienitz über Themenfindung, Erkenntnisgewinne und Quellengattungen sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Geschichts- und Kulturwissenschaft. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit exemplarischen Forschungsfeldern einer Alltags-, Geschlechter- und Stadtgeschichte zeigt die Präsentation Potentiale, Chancen, Herausforderungen und Grenzen der Archivarbeit und so manche Überraschung im historischen Forschen und Arbeiten.

Die Weimarer Verfassung von 1919 versprach den Frauen erstmals Gleichberechtigung und damit neue gesellschaftliche Handlungsspielräume. Doch wie wurden diese Konzepte von Teilhabe und rechtlicher Eigenständigkeit im politischen, gesellschaftlichen und beruflichen Alltag der Weimarer Republik konkret umgesetzt und gelebt? Welche praktischen Konsequenzen ergaben sich aus den postulierten Neuerungen für die Lebensführung von Frauen? Wurde das Versprechen auf Gleichberechtigung eingelöst? Am Beispiel von Hamburg – in den 1920er Jahren die zweitgrößte Stadt im Deutschen Reich und eine pulsierende Handels- und Kolonialmetropole mit reichem Kulturleben – übersetzt die Studie die große Geschichte der Weimarer Republik in kleine (Alltags-)Geschichten. Die exemplarische Analyse von Einzelfällen gibt Einblicke in die Lebenssituation von Frauen aus unterschiedlichen sozialen Schichten, Milieus und Altersgruppen, diversen städtischen Räumen und Lebenskontexten wie z.B. Sozialpädagoginnen, Lehrerinnen, Juristinnen, im Gesundheitswesen Tätigen, Schankwirtinnen und Tänzerinnen.

Die Einwahldaten erhaltet ihr unter: hkw@uni-goettingen.de. Die Veranstaltung ist kostenlos.