Abschnitt 2: Kritik an der Sex-Gender-Unterscheidung

Mit der sex-gender Unterscheidung wird betont, dass das soziale Geschlecht nicht vom biologischen Geschlecht abgeleitet werden kann, gesellschaftliche Rollen und Positionen also nicht naturgegeben sind.

Das biologische Geschlecht wird hingegen als außerhalb gesellschaftlicher Einflüsse, eben als natürlich gedacht. Gegen diese Unterscheidung hat es seit Anfang der 1990er Jahre vielfältige Einwände gegeben.

Sehen Sie sich nun das folgende Video an.

Eine bekannte Kritikerin dieser sex-gender-Unterscheidung ist im deutschsprachigen Raum die US-amerikanische Philosophin Judith Butler. Sie schreibt über die sex-gender-Unterscheidung:

„Ursprünglich erfunden, um die Formel ›Biologie ist Schicksal‹ anzufechten, soll diese Unterscheidung das Argument stützen, dass die Geschlechtsidentität eine kulturelle Konstruktion ist, unabhängig davon, welche biologische Bestimmtheit dem Geschlecht weiterhin hartnäckig anhaften mag“ (Butler 1998: 22).

Nach Butler (1991: 23 f.) ist auch das biologische Geschlecht (sex) eine Konstruktion, die durch verschiedene wissenschaftliche und kulturelle Diskurse hervorgebracht wird.  Wenn der Geschlechtskörper (sex) aber gar keine biologische Gegebenheit ist, sondern wie gender eine soziokulturelle Konstruktion, dann verliert die Unterscheidung zwischen sex und gender ihren Sinn.

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