Geförderte Projekte

Digitales Ausstellungsgespräch mit Dr. Jadwiga Kamola im Rahmen des Seminars "Gender, Sex, Crime. Einführung in die kulturwissenschaftliche Kriminalitätsforschung"

WiSe 23/24, Leitung: Manuel Bolz, M.A., am Zentrum Gender & Diversity (ZGD), gefördert vom Zentrum für Interdisziplinäre Studienangebote (ISA)

In meinem thematischen Seminar zu kulturwissenschaftlichen Kriminalitätsforschung mit Schwerpunktsetzung auf Recht, Geschlecht und Sexualität, waren ca. 30 Studierende verschiedener Disziplinen und Hochschulen anwesend. Im Laufe des Semesters erhielten sie nicht nur Einblicke in theoretisch-konzeptionelle und methodische Perspektiven sowie in exemplarische Forschungsfelder, sondern sollten auch potentielle Berufs- und Praxisfelder kennenlernen, in diesem Fall die kuratorische Praxis und Wissensvermittlung im Museum, einer Kulturinstitution, die nach wie vor als ‚klassisches‘ Berufsfeld für Absolvent:innen der Geistes- und Kulturwissenschaften gilt.

Das Projekt stärkte die Reflexion, die Analyse und die Kritik von Gender, Diversity und Intersektionalität in Hamburg. Über exemplarische Themenfelder und Zugänge erlernten die Studierenden Kompetenzen für die kritische Einordnung und Reflexion von Repräsentationsformen von Geschlecht sowie die Arbeit mit verschiedenen Quellen (Quellenkritik und Quelleninterpretation) der kulturwissenschaftlichen Kriminalitätsforschung in Geschichte und Gegenwart.

Teilnahme am Symposium der World Professional Association for Transgender Health

Copyright: Janis Renner

Im Rahmen meiner medizinischen Doktorarbeit zum Thema „Kontrazeptive Versorgung für transgender und genderdiverse Individuen“ und dank der Förderzuwendung des Zentrums für Gender und Diversity (ZGD) konnte ich vom 25. bis 30. September 2024 am 28. wissenschaftlichen Symposium der World Professional Association for Transgender Health (WPATH) in Lissabon teilnehmen. Das WPATH-Symposium setzte sich mit einer Vielzahl an Themen der Transgender-Gesundheitsversorgung und -forschung auseinander, wie z.B. mit psychologischen, medizinischen und legalen Aspekten. Die Teilnahme bot mir die einzigartige Gelegenheit, direkt von weltweit führenden Wissenschaftler*innen wertvolle Einblicke in den aktuellen Stand der Forschung in diesem Fachbereich zu gewinnen und spezifische Themen für meinen Forschungsschwerpunkt wie die reproduktive Gesundheit zu vertiefen. Darüber hinaus wurden wir angeregt, über die Relevanz der eigenen Geschlechtsidentität in der Rolle als Funktionstragende in der Transgender-Versorgung zu reflektieren. Die Teilnahme förderte zudem die internationale Vernetzung von Nachwuchsforschenden, die wichtig für die Qualität der Versorgung einer marginalisierten Gruppe ist. Der Austausch mit Fachkolleg*innen aus verschiedenen Ländern und Disziplinen hat mir persönlich aber auch neue Perspektiven eröffnet und wertvolle Impulse für meine eigene Forschung gegeben. Trotz der rasanten Fortschritte in diesem Forschungsbereich, die auch beim Symposium eindrücklich dargestellt wurden, bestehen weiterhin große Forschungslücken. Durch die Förderung des ZGD wurde ein bisher wenig unterstützter Bereich der Forschung, nämlich die reproduktive Gesundheit von transgender und genderdiversen Individuen, gestärkt. Zusammenfassend war meine Teilnahme am WPATH-Symposium für die Qualität meiner Forschung, meine Weiterbildung als Nachwuchsforscherin und auch für mich persönlich äußerst bereichernd. Ich danke dem ZGD außerordentlich für die Unterstützung.

Ein Bericht von Charlotte Barton.

Befragung Rassismuskritische Beratung und Information (UHH)

Visual Facilitators/Schwarz

Das Projekt der Arbeitsgruppe „Rassismuskritische Beratung und Information“ soll dazu beitragen, rassistische Diskriminierung an der Universität Hamburg abzubauen. Im Rahmen des Projekts werden zwei Befragungen durchgeführt, um den Bedarf an rassismuskritischer Beratung und Unterstützung an der UHH zu ermitteln.

Die erste Befragung, die sich an Mitarbeitende in Beratungsfunktionen richtete, wurde von November 2023 bis Februar 2024 durchgeführt. Die zweite Befragung, die sich an die Studierenden der UHH richtet, soll Ende 2024/Anfang 2025 online gehen.

Unmittelbare Ziele der Mitarbeitendenbefragung:

  • Ermittlung von vorhandenen Möglichkeiten zur rassismuskritischen Beratung an der Universität Hamburg (IST-Zustand)
  • Erhebung des Bedarfs von Mitarbeitenden (und indirekt von Studierenden) in Bezug auf rassismusrelevante Anliegen und Inhalte
  • Ermittlung der vorhandenen Ressourcen von Beratungsstellen, um rassismussensible Beratung zu gewährleisten
  • Einschätzung des Bedarfs von Mitarbeitenden im Bereich Fort- und Weiterbildungen sowie Austauschmöglichkeiten und Supervision.

Unmittelbare Ziele der Studierendenbefragung:

  • Analyse bisheriger Beratungserfahrungen bei rassistischer Diskriminierung
  • Ermittlung von Bedarfen und Nachfrage nach rassismuskritischer Beratung seitens Studierender mir rassistischen Diskriminierungserfahrungen

Längerfristige Ziele beider Befragungen:

  • Formulierung eines Berichts nach Auswertung der Ergebnisse
  • Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Verbesserung der Beratungsstrukturen und Angebote für Mitarbeitende und Studierende
  • Transparente Aufarbeitung und Kommunikation der Ergebnisse, Bedarfe und möglicher Handlungsempfehlungen

Die bewilligten Mittel wurden genutzt, um die Entwicklung und Auswertung der Befragung durch einen externen Experten zu unterstützen. Für die kommende Förderphase (ab Dezember 2024) wurden darüber hinaus, für die sich anschließende Studierendenbefragung, Fördermittel für die Weiterbeschäftigung einer wissenschaftlichen Hilfskraft bewilligt.

Mitwirkende Anne Beetz, Jin Jlussi, Sonja Kanemaki

AG-Webseite: https://www.uni-hamburg.de/gleichstellung/diversity/diversity-angebote/round-table-collective-responsibility/rassismuskritische-beratung.html

flintag der Technischen Universität Hamburg (TUHH) (10.06.2023)

Am 10.06.2023 fand der erste flintag der Technischen Universität Hamburg (TUHH) statt.

Die Initiative ergriff der FLINTA*-Stammtisch der TUHH, weil die Mitglieder es überfällig fanden, dass FLINTA*-Personen in technischen Studiengängen und Berufen herausgestellt werden.

Die Frauenquote unter den Studierenden an der TUHH liegt bei 27 % (Stand 2020) und in einigen Studiengängen noch deutlich darunter (weitere Geschlechtsidentitäten werden nicht erfasst). Mit diesem geringen Prozentsatz geht eine Benachteiligung und Marginalisierung einher, die über das „normale“ gesellschaftliche Ausmaß hinausgeht.

Der flintag sollte FLINTA*-Personen aus dem technischen Bereich eine Bühne bieten und Studierende sowie WiMis empowern und zusammenbringen.

Das Programm bestand aus 4 technisch/naturwissenschaftlichen Vorträgen, 3 feministischen Workshops, einer Podiumsdiskussion und dazu einem Kreativprogramm. Die Versorgung übernahm foodsharing.

Der erste flintag war ein voller Erfolg, sowohl die Mitwirkenden als auch die Teilnehmenden meldeten eine von Grund auf positive Stimmung zurück und alle hatten Freude miteinander das bunte Programm zu erleben.

Flyer der Veranstaltung hier.

Ausstellungsreihe / Mikro Künstlerinnen Residency / Kneipe: Schatz, ich kann nicht, ich bin im Dienst (07.10. - 05.11.2022)

Dienst war eine temporäre Low-Budget-Institution, die vom 7. Oktober bis zum 5. November in der Galerie LADØNS stattfand. Sie kombinierte ein durch das Schaufenster sichtbares Atelier mit einem Bar-Szenario im Hinterzimmer und der Ausstellungsreihe „Schatz ich kann nicht, ich bin im Dienst”. Das Team war FLINTA* only und bestand aus Studierenden oder Absolventinnen der HFBK, sowie Absolventinnen europäischer Kunsthochschulen.
Im vorderen Raum, der von der Straße aus einsehbar ist, verbrachten 4 eingeladene Künstlerinnen eine einwöchige Micro-Residency und erhielten dafür ein Grundeinkommen.
An den Wochentagen Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr produzierten die Künstlerinnen Kunstwerke. Freitag war Vernissage-Tag. Bis Samstagabend oder Sonntag konnte die Ausstellung besucht werden. Mit einem Kneipenszenario im Hinterzimmer wurde der symbolische Ort der abgegrenzten, prekären Nebenjobs direkt in den Raum der künstlerischen Produktion integriert und gleichzeitig als Treffpunkt etabliert. Dienst thematisierte und kritisierte die Arbeitsbedingungen in der bildenden Kunst und wollte einen hochschulübergreifenden Raum schaffen, der Diskurse über Klasse, Geld, neue Konzepte für eine (finanziell) sicherere Kunstproduktion, Ängste, Bedürfnisse und Wünsche ermöglicht.

Künstlerische Leitung: @_laura_mahnke

Instagram-Page der Ausstellungsreihe: @_dienst_

Blockseminar CUIR 2.0: Climate Crisis and Decolonization (10./13.05.2022)

The CUIR Series is back! Together with Terceiro Andar and Queering Academia we invite you to a four-day series (10./13. Mai) of courses on decolonial and intersectional approaches to the climate crisis with guest speakers from Brazil and Germany. The subversive potential of decolonial and intersectional thinking leads us to rethink ourselves, political paradigms, and even world history. Challenging the western world order and its hegemonic narrative is a necessary step if we are to meet the next challenge facing the human species: the climate crisis. For this reason, Brazilian and German professors will engage in indirect dialogue to reconfigure the practical perspectives of ecological thinking to include decoloniality and intersectional perspectives of gender and class.
This course is intended for students interested in decolonialism, climate crisis, gender studies and queer theory, and especially Latin American perspectives. The meetings will take place virtually and synchronously through the Zoom platform and will be taught in English. Dates: 10/13. May.

Workshop Series: Multidisciplinary introduction to sexology (27.04.-18.05.2022)

Dekoratives Element

Sexuality is part of our general life, yet it is rarely talked about. The Workshop series „Multidisciplinary Introduction to Sexology“ aims to compensate for some of that and give students of all faculties and universities an introductory overview of the Sexual Sciences. Most of us did not really get a sexual education during our studies, so this workshop first presents itself as a sexual education course. The course is interdisciplinary and accessible.

The workshop series is organized and conceptualized by Laura Gimmel and Lorenzo Scarpitti: students of Psychology who see the need to integrate sexuality into the general curriculum. The goal is to create a safe space to deal with sexuality-related topics, in a non-judgmental way, sharing experiences and opinions, respecting the group view.

Here you can register and find more information.

Internationaler transdisziplinärer Workshop: „Rape and Revenge. Rache-Kulturen und sexualisierte Gewalt in intermedialer Perspektive“ / „Rape and Revenge. Revenge-Cultures and sexualized violence in intermedial perspectives“ (10./12.03.2022)

Das Thema „Rape & Revenge“ wurde aus verschiedenen Forschungsperspektiven interkultutell und transdisziplinär bearbeitet: Literatur-, Kultur- und Filmwissenschaften, Gender-Forschung, Geschichtswissenschaften, Rechtswissenschaften, Ethnologie, Angewandte Kulturwissenschaften, Musik- und Kunstwissenschaften, Philosophie. Darüber hinaus wurden bestimmte Mythen und Topoi auch in interkultureller Perspektive diskutiert, indem Narrative und Szenarien aus dem westlichen kulturellen Kontext mit entsprechenden Beispielen aus afrikanischen und indischen Kulturen und Diskursen verglichen wurden. Zu guter letzt bot der Workshop auch die Möglichkeit, das Thema in intermedialer Perspektive zu beleuchten, indem Beispiele aus Literatur, Film, den Bildenden Künsten und der popkulturellen künstlerischen Medien wie etwa der Graphic Novel vorgestellt wurden. Es bestätigte sich die Annahme, dass es sich bei dem Rape-Revenge-Szenario um ein Narrativ handelt, dass sich historisch betrachtet bis in die Antike zurückverfolgen lässt und in verschiedenen Kulturen bekannt ist und in unterschiedlichen Variationen und medialen Diskursen tradiert wird. Insofern hat der Workshop hier ein forschungsrelevantes Thema bearbeitet, das bisher noch nicht in dieser Form Beachtung fand.

Hinweis auf den Sammelband: „Eine Veröffentlichung der Beiträge des Workshops in einem Sammelband ist für den Herbst 2023 angekündigt.“

Verantwortliche Personen: Manuel Bolz, B.A. Universität Hamburg, Institut für Empirische Kulturwissenschaft (vorher: Volkskunde/ Kulturanthropologie)
Fachbereich Kulturwissenschaften & PD Dr. Christine Künzel, Universität Hamburg, Institut für Germanistik

Kontakt: manuel.bolz@uni-hamburg.de

Link zur Publikation: https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/themen-entdecken/literatur-sprach-und-kulturwissenschaften/interdisziplinaere-geisteswissenschaft/58231/rape-and-revenge

Bildquelle: Artemisia Gentileschi/Wikipedia.

Lesung und Workshop: „#transracial?! Identitätspolitik und kulturelle Aneignung in Mithu Sanyals Roman Identitti“; mit Mithu Sanyal (18./19.01.2022)​

Cover Sanyal Identitti

Die Kulturwissenschaftlerin, Autorin und Journalistin Dr. Mithu M. Sanyal hat mit Identitti (2021) ihr Romandebüt vorgelegt und war auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Inspiriert von wahren Begebenheiten und aktuellen Debatten geht sie darin Fragen ›echter‹ Zugehörigkeit und kultureller Selbstverortung bzw. Aneignung nach. Humorvoll wie kontrovers, in einer Kombination universitärer und medialer Diskurse wird ein Skandal verhandelt: Saraswati, Professorin für Postcolonial Studies, ist eine Ikone ihres Fachs – bis sie als weiß enttarnt wird. Ihre Behauptung, sie sei eine Person of Colour, ist für die einen eine rassistische Maskerade, für sie selbst jedoch Ausdruck ihrer Transracial-Identität. Während an der Uni ihre Entlassung gefordert wird und die Twitter-Bubble entflammt ist, kann Saraswatis Studentin Nivedita ihr Vorbild nicht so einfach aufgeben. In persönlichen Gesprächen – oftmals kommentiert von der indischen Göttin Kali, die Nivedita zur Seite steht – setzen sich die beiden mit Themen zugleich privater wie politischer Dimensionen auseinander.
Für die Förderung der Veranstaltung bedanken wir uns beim Gleichstellungsfonds der UHH und beim Zentrum Gender & Diversity.

Klicken Sie hier für das Interview.

Tagung „Willst du mit mir gehen? Inter*trans*nonbinary*queer perspectives on kinships and conflicts“ (06.-08.09.2021)

Logo zur Veranstaltung

Willst du mit mir gehen? Wer bist eigentlich du, wer bin ich, was sind wir zueinander? Gehen wir nach vorne oder zurück – und ist unser Ziel ein Date, eine Demo, eine Ausstellung, eine Konferenz? Wie viele sind wir überhaupt? In wessen Fußstapfen treten wir dabei und wie bewegen wir uns fort?

Das gemeinsame Gehen, Schlurfen und Rollen stiftet Verknüpfungen: In meiner Selbsterkundung, im Austausch zu Mit-Laufenden, im Blick über den Horizont und in der Entwicklung eines Miteinanders. Bezüge und Gemeinsamkeit, freudige Beziehung und bereichernde Solidaritäten zeichnen sich dabei ebenso ab wie Trennung und Auseinandersetzung, anstrengende Spannung und produktiver Streit. Mit Willst du mit mir gehen? greifen wir conflicts und kinships auf, die sich aus inter*, trans*, nichtbinären und queeren Perspektiven ergeben. Unser Ziel ist ein Raum, der Austausch und Aushandlung, Eintracht und Konflikt, killjoys und jinxter zusammenbringt.

Hier geht es zur Tagungswebseite und hier gibt es einen Tagungsbericht.

Blockseminar CUIR: Decolonizing Queer Theory (14./15.12.2020)

Ankündigung Blockseminar CUIR

Hier geht es zum Interview mit zwei der Organisator*innen des Seminars, Renata Guadagnin (Terceiro Andar) und Ana Mendes (Queering Academia).

Together with Terceiro Andar and Queering Academia we invite you to a two-day series (14./15. December) of courses on postcolonial approaches to queer theory with guest speakers from different places in Latin America! The subversive potential of queer and postcolonial thinking allows us to challenge ourselves to think about new political possibilities and innovative ways of organizing the world. Queer concepts, however, have a strong (and restrictive) connection to countries with advanced capitalism and to European science. For this reason, professors from all over Latin America are challenging this hegemony with the „Cuir theory“, whose proposal is to reconfigure the analytical perspectives of decolonial thought.
This course is aimed at students who are interested in decolonialism, gender studies and queer theory, and especially in Latin American perspectives. The meetings will take place virtually and synchronously via the Zoom platform and will be taught in English. Dates: 14./15. December.

Please find abstracts and a syllabus here.

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